ZEITGENÖSSISCHE KUNST




Klaus Hack

Holzskulpturen und Arbeiten auf Papier



"Schreikleid", 2004/2005
Ulmenholz, teilweise weiß gefasst
132,5x39x36 cm




INFO





Fährfrau – Schreikleid – Babelturm
Zur künstlerischen Arbeit von Klaus Hack
„Schreikleid“, „Wächterin“ oder „Sonderstuhl“ sind zum Beispiel drei Titel seiner Werke. Doch sie lassen erahnen, welche Originalität das Gesamtwerk des 1966 in Bayreuth geborenen Künstlers kennzeichnet. Und doch bleibt die Assoziation auch hier begrenzt, weil ausschließlich weibliche Figuren suggeriert werden. Dabei ist es gerade die Ambivalenz der Geschlechterzuweisung, mit der Klaus Hack spielt. In seiner bildhauerischen Arbeit treten zwar häufig weiblichen Gestalten nun aus dem Rechteck seiner Zeichnungen und Bilder heraus und erobern den Raum mit berührenden und bizarren Gesten: Zöpfe werden zu Stützen, Köpfe werden von schreienden Mündern dominiert oder Stühle sind gleichzeitig Korsette. Seltsame Extremitäten wachsen aus Leibern, die eben nicht ausschließlich weiblich sind, sondern auch männliche bzw. Attribute beider Geschlechter haben. Köpfe haben mitunter Trompetenohren oder sind vollkommen mit Löchern überzogen. Manche haben dagegen gar keine Augen. Sind sie blind oder sollen sie nichts sehen? Bei einigen Figuren ist nicht zu sagen, ob sie etwas entäußern oder verschlingen, ob sie tanzen oder sich nur grotesk verrenken, ob sie in sich selbst gefangen sind oder kurz vorm Befreiungsschlag stehen. Welche psychische Verfassung sich hier Ausdruck verschafft, bleibt das Geheimnis des Künstlers, der äußerlich aber in sich zu ruhen scheint. Welche Gefühle solche Figuren im Betrachter auslösen, ob ein wieder Erkennen eigener Bedrängnisse und Nöte, oder ob sie ein Lachen über diese bizarren Formenfindungen auslösen, kann nur jeder für sich beantworten.
Antje Schultz, 2013, Katalog „Weltenwechsler“

Klaus Hack
1966 Geboren in Bayreuth
1989-91 Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg
1991-95 Hochschule der Künste Berlin
1995 Abschluss als Meisterschüler
1995 NaFöG-Stipendium des Senats von Berlin für Wissenschaft, Forschung und Kultur
1996 Stipendium für bildende Kunst der Kulturstiftung Offenburg
1997 Stipendium der Stiftung Kulturfonds
1998 Arbeitsstipendium Künstlerhaus Ahrenshoop, Kunstpreis des Landes Brandenburg
1999 Kunstpreis der Stadt Limburg
2004 – 2005 Lehrauftrag für Bildhauerei an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee
2005 Lothar-Fischer-Preis für Bildhauerei
2010 Friedrich-Baur-Preis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, München
2014  Lehrauftrag für Bildhauerei an der 17. Internationalen Sommerakademie Dresden

Klaus Hack lebt und arbeitet in Seefeld/Brandenburg







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