ZEITGENÖSSISCHE KUNST




Gabi Streile - Werner Schmidt

Sfumato



Gabi Streile, Sfumato, 2012, Öl/Leinwand 120 x 160 cm



Werner Schmidt, Sfumato, 2012, Mischtechnik auf MDF 56 x 69 cm






INFO




Oberkirch, Berlin, der Bodensee: Das Umfeld des Malerpaares Gabi Streile und Werner Schmidt ist immer auch Programm für ihr künstlerisches Schaffen. Erst in den letzten Jahren haben die beiden Individualisten, deren Bilder nicht sofort Ähnlichkeiten aufweisen, auch zusammen ausgestellt. Dabei zeigt sich zunehmend, dass die Kontraste sich nicht nur formal, sondern auch inhaltlich so ergänzen, dass sie ohne große Worte ein ganzes Spektrum autonomer Malerei aufzeigen. Natürlich geht es für badische Genießer immer um Natur. Aber der Geist kommt, wenn auch flüchtig, dabei nicht zu kurz. Es ist ein Freigeist, der sich nicht einfangen oder in eine bestimmte Form bringen lassen will. In der Renaissance entstand der Begriff des „Sfumato“. Er beschreibt die luftige Tiefe einer Landschaft, die sich in der Ferne im hellen Dunst aufzulösen scheint. Fenster in strengen, geometrisch eindrucksvoll gegliederten herrschaftlichen, Räumen boten Malern oft die einzige Möglichkeit, Auftragsbildern ihre eigenen Sehnsüchte einzuverleiben. Farbe statt Form heißt für viele Künstler die Losung auf der Suche nach entfesseltem Ausdruck ihrer Innenwelt. Hier zeigt sich nun bei Gabi Streile und Werner Schmidt, dass das Ende der gemalten Welt noch nicht in Sicht ist, entgrenzter Wille aber auch nicht Aufgabe der Persönlichkeit bedeutet. Im Gegenteil: die unbändige Freude an einer festen, großzügigen und weit ausholender Pinselschrift zeigt die Einzigartigkeit einer Malerin, die nach dem moralisch fordernden Motto arbeitet: „Natura duce optime vivitur“ (wenn die Natur dich führt, lebst Du am besten). Sie zeigt Landschaften, die nicht geographisch zu orten, manchmal nicht einmal einer bestimmten äußeren Jahreszeit zuzuordnen sind. Es sind gespürte, aber nicht erfundene Welten. Der kaum zu sehende, wiewohl mit großen Bürsten übereinandergeschichtete Pinselstrich Werner Schmidts bezieht seine Kraft aus der Unzahl flimmernder Nebentöne in einer scheinbar flächigen Reduktion. Er überführt sozusagen wandernde Wolkenformen in den Schleiernebel vor dem Unbekannten.


Gabi Streile

1950 geboren in Karlsruhe
1970-76 Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei den Professoren Klaus Arnold, Peter Dreher, Harry Kögler, Franz Bernhard
1977 Förderpreis der Sparkasse Karlsruhe
1981 Jugendpreis „Hommage à Baden-Baden“
1987 Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg
1992 Kunstpreis der Stadt Bühl
1996 Zeitgenössische Kunst, Kunstpreis der Stadt Offenburg
2002 Hanna-Nagel-Preis der fünf Präsidentinnen, Karlsruhe
2002-03 Arbeitsstipendium Mummelsee
2003 Aufenthalt im Atelier der Kunststiftung Baden-Württemberg in Berlin
Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg, der Münchener Secession, der GEDOK und dem Bundesverband Bildender Künstler.
Ständig vertreten von den Galerien Tammen, Berlin; Rottloff, Karlsruhe; Meier, Freiburg; Netuschil, Darmstadt; Arthea, Mannheim u.a..
Lebt mit dem Maler Werner Schmidt und denTöchtern Maja und Sophia in Oberkirch/Baden, Atelier in Berlin.

Werner Schmidt
Geboren am 30.4.1953 in Oppenau/Baden, lebt in Oberkirch und in Berlin.
1973 – 1977 Studium an der Fachhochschule für Gestaltung Pforzheim,
u.a. bei Hans Baschang und Jürgen Brodwolf.
Arbeit als freier Künstler seit 1985.
Stipendien der Kunststiftung Baden-Württemberg (1989), der Cité des Arts, Paris(1996)
und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, München (2000).
Kurator der Kunstsammlung der Badischen Stahlwerke, Kehl (seit 1989)
und der FRIAS-Ausstellungsreihe, Universität Freiburg (seit 2008).








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